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| Mehr als 20 Maissorten sind in der näheren Umgebung von Chelemhá bekannt. Foto/©: Knut Eisermann |
Die meisten Bauern der Region betreiben Landwirtschaft im sogenannten Brandrodungsfeldbau. Dabei wird ein Stück Primärwald oder Sekundärgebüsch gerodet und abgebrannt. Wenige Tage nach dem Brennen werden auf den Flächen Mais und Kletterbohnen gesät. Die Landwirtschaft beschränkt sich im wesentlichen auf diese Kulturen. Ein Großteil der nährstoffreichen Asche geht an den steilen Hängen durch Wind- und Wassererosion verloren. Diese Bewirtschaftungsform entspricht nicht dem Prinzip der Nachhaltigkeit: Die geringe Effizienz der Landnutzung sowie ein starkes Bevölkerungswachstum führen zu ständig steigendem Flächenbedarf. Die jährliche Waldrückgangsrate liegt in Guatemala bei 1,7% (FAO 2003), und ist damit eine der höchsten Lateinamerikas.
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| Passionsfrüchte gedeihen hervorragend in Chelemhá. Foto/©: Knut Eisermann |
Die natürlichen Bedingungen (Boden, Klima) bieten in Chelemhá gute Voraussetzungen für eine vielfältige landwirtschaftliche Nutzung der Kulturflächen. Ziel von UPROBON ist die Demonstration der Funktionalität von alternativen, effektiven Methoden und Kulturen als Grundstein für deren Übernahme durch die einheimischen Bauern.
Seit 1997 lebt einer der Mitarbeiter UPROBONs in Chelemhá. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Bauern führt er Freilandversuche mit Kulturpflanzen durch. Ohne die Flächen vorher zu brennen, kultiviert er erfolgreich Mais, Bohnen, Möhren, Selleri, Fenchel, Rote Beete, Spinat, Spargel, Baumtomaten, Peruanische Karotte, verschiedene Kohlarten, Erdbeeren, Blaubeeren, Himbeeren, Gewürz- und Heilkräuter, verschiedene Passionsfrüchte, Pflaumen, Avocados, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Naranjilla, Anona, Wein, Tee. Die Kulturen von Haselnüssen, Stachel- und Johannesbeeren sowie Rhabarber sind noch im Versuchsstadium.
Das hierbei gewonnene Erfahrungswissen wird den Schüler/-innen aus den benachbarten Gemeinden durch Klassenführungen vermittelt. Um konventionell wirtschaftenden Bauern die überwiegenden Vorteile der alternativen Methoden ebenfalls erfahrbar zu machen, leiht UPROBON ihnen Flächen mit Sekundärwuchs an der Randzone des Naturschutzgebietes für den Maisanbau, unter der Bedingung, auf das Brennen der Flächen zu verzichten. In einem Teil der Maisfelder werden zwischen den Maispflanzen bereits Sämlinge von nutzbaren Laubbäumen des Nebelwaldes gepflanzt.
Quellen
FAO (2003): State of the world's forests 2003. Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rome.